Costa de la Luz, mit Sevilla, Cordoba und Huelva
Heiß knallte die andalusische Sonne auf den
breiten Strand von Matalascanas, die ersten Badegäste verließen wegen
der Hitze den Strand. Wenig später hatte ich auch genug, es war einfach
zu heiß.
Ich machte es wie die vielen spanischen Urlauber, Siesta!
In diesem kleinen Ort an der Costa de la Luz waren Urlauber aus
anderen Ländern noch eine echte Ausnahme und dementsprechend wurde ich
von vielen angestaunt ob meiner mangelnden Sprachkenntnisse und auch
wegen meiner Körpergröße..
Es wurde einer meiner schönsten Urlaube an dieser
geschichtsträchtigen Küste ganz im Süden von Spanien. Der fast
dreihundert km lange Küstenstreifen reicht von der
spanisch/portugiesischen Grenze bis nach Punta de Tarifa an der Meerenge
von Gibraltar. In der andalusischen Tiefebene liegen die Provinzen
Huelva und Càdiz.
Zu dieser privigelierten Lage kommt eine glänzende Vergangenheit
hinzu, die voller mythischer ud sagenmhafter Geschichten ist.
Die mit kalkweiss getünchten Dörfern gesprenkelte Küste , die die
Erinnerung an tartessischen Fabeln, an Schiffsfahrten mit unbekannten
Zielen und Meilensteinen der Entdeckungsgeschichte herauf beschwört..
Außer herrlichen faulenzen an dem schönen Strand, Segel – und
Wassersport, bieten sich Wanderungen in zahlreichen Landschaftsräumen
und Naturschutzparks an.
Nach drei Tagen faulenzen wurde ich wieder unternehmungslustig und
meldete meine Teilnahme an eine Busfahrt nach Sevilla an.
Sevilla!
Pünktlich konnten wir den Bus besteigen und erleichtert stellte ich
fest, dass die Klimaanlage hervorragend funktionierte. Es war ein
kleiner Bus mit vielleicht zwanzig Sitzplätzen. Mir gegenüber nahm ein
Paar Platz, das ich schon mal in dem Hotel gesehen habe. Das Paar
gehörte ganz sicher nicht der ärmsten Bevölkerungsschicht an. Die
Reiseleitung infomierte uns dreisprachig über Land und Leute, eklärte
uns den Ablauf des Tages. Dem Paar mir gegenüber fiel wohl auf, dass ich
bei den Erläuterungen der Reiseleitung auf deutsch intensiv zu hörte,
denn die Frau fragte mich plötzlich, ob ich Deutscher sei. Als ich es
bejahte, strahlte sie und erklärte mir, das sie in Deutschland studiert
habe. Wenig später fuhr der Bus die breite Straße nach Sevilla herunter,
die Stadt liegt in einem beachtlich tiefen Tal. Später erfuhr ich, das
Sevilla nur acht m über dem Meeresspiegel liegt! Die
Durchsschnittstemperatur beträgt 10 - 20 Grad, heute wurde die
Temperatur jedoch drastisch erhöht, Sevilla ist eines der heißesten
Städte dieser Welt, meint der Autor!
Der Bus parkte in der Nähe des ehemaligen Expo – Geländes und wir
sahen direkt die ersten Sehenswürdigkeiten: die futuristische Brücke
Vista del Puentede la Barqueta, den künstlich angelegten See auf der
Kartäuser Insel, der die Temperaturen senken sollte und natürlich den
Pabellon de Alemania. Wir fuhren mit dem Schiff den Kanal hoch bis zum
Goldenen Turm.
Das spanische Ehepaar blieb an meiner Seite, sie kamen beide aus
Sarragossa und konnten endlich in diesem Jahr ihren ersten Urlaub
machen. Auf meine Rückfrage efuhr ich , dass beide als Ärzte in einem
Krankenhaus arbeiteten.
Es folgte die Besichtigung der Alcazar von Sevilla, ursprünglich
eine Festung, wandelte er sich im Laufe der Jahrhunderte zum Palast.
Seinen militärischen Charakter hat er über die Jahre erhalten können.
Das Wort Alcazar stammt aus dem arabischen: al – qasr und aus dem
lateinischen:castrum=Burg.
Der Alcazar wurde auf der ehemaligen Akropolis Hispalense errichtet.
Ausgrabungen zeigten viele orientalische Hinweise, ebenso römische. In
der Màrmoles-Strasse wird die westgotische Kathedrale, auch wegen der
römischen Säulen, vermutet
Der Alcazar zeigt die maurische Baukunst in Vollendung, ob es nun
der Hof der Jungfauen ist oder der Botschaftersaal oder die Kuppel im
selbigen.
Leider konnten wir das Gelände der ehemaligen iberisch-amerikanschen
Ausstellung von 1929
nur im vorbei fahren aus dem Bus anschauen.
Als nächstes erreichen wir das „ Hospital de la Caridad“, zusammen
mit den Werken, stellt es eine treue Spiegelung des sozialen und
künstlerischen Lebens der zweiten Hälfte des 17 Jahrhunderts dar. Um
eines der Werke zu nennen: Die heilige Elisabeth von Ungarn von Murillo,
XVII Jh.
Wir sahen uns das Pilatushaus an und kamen dann zu dem Kunstmuseum.
Wieder sahen wir fantastische Gemälde von Murillo, Goya, el Greco und de
Ribera. Der Murillo – Saal in dem Museum ist alleine schon eine
Besichtigung wert.
Überwältigt standen wir dann vor der Kathedrale, diese Bauwerke
lassen mich immer ganz klein werden! Lassen Sie mich es mit einem Satz
des Kapitel der Kathedrale aus dem Jahr 1401 sagen:
“Bauen wir eine Kirche, damit sie uns für verrückt halten“
**********
Nachfolgend für alle Wissbegierigen die Details der Kathedrale
von Sevilla:
Es ist eine der letzten gotischen Kathedrale Spaniens mit Einflüssen
aus der Renaissance. Durch ihr Grösse gilt sie als drittgrösste
Kathedrale der Welt nach dem Peterdom im Vatikan und der St. Paul’s
Cathedral in London.
Ihr Äusseres, eine wunderbare Zusammenstellung von Dimensionen,
präsentiert sich durch das Talent ihres Architekten, dessen Namen nicht
bekannt ist. Man betritt sie durch die Puerta del Perdón (Tür der
Verzeihung), die ehemalige majestätische Portal der Moschee von der ein
andere Spur übrig geblieben ist:
Der lauschige Patio de los Naranjos (Orangengarten).
Die Kathedrale von Sevilla erhebt sich an ihrem Standort, wo sich im
12. Jahrhundert die Grosse Moschee befand, von der das Minarett bewahrt
wird, bekannt als Giralda, einer Wetterfahne, die ihm im 16.
Jahrhundert verliehen wurde.
Als Fernando III. die Stadt im Jahre 1248 zurückeroberte, wurde sie
zu einer christlichen Kirche. Die Bauphasen durchlaufen die Epochen der
Mudejaren, Gotik, Renaissance und Barock, eine akademische Epoche
klassizistischer Werke und schliesslich eine Etappe, in der man
versuchte die früheren Etappen zu beenden, wodurch an den Stile gefeilt
wurde.
Das Innere der Kathedrale:
Im Innern überrascht unmittelbar die Grösse und Reichtum dieses
Universums an Steinen, Glas- und Gitterfenster. Die Leichtigkeit der
Säulen heben die Höhe dieser geräumigen Kirche mit fünf Schiffen und
seitlichen Kapellen. Einfache Kreuzgewölbe bedecken das Schiff ausser in
der zentralen Zone. Das Kreuzgewölbe, im spätgotischen Stil, erhebt
sich auf einer Höhe von 56 Metern. Ein Spiegel, der auf dem Boden
angebracht ist, lässt es zu, die Kreuzgewölbearbeiten zu betrachten.
Ausserdem befindet sich das Grab von Christoph Kolumbus und seine
Überreste im Innern der Kathedrale.
Die Kapellen
Die Capilla Mayor (Hauptkapelle), von erstaunlichem Reichtum, ist
mit geschnörkelten Gittern abgeschlossen (16. Jahrhundert). Der
riesengrosse und glänzende flämische Altaraufsatz (1482 – 1525) ist der
grösste Spaniens (20 Meter hoch).
Die grosse Sakristei, ein wunderschöner Saal aus dem 16. Jahrhundert
in Form eines griechischen Kreuzes, beherberbgt die wertvolle Monstranz
aus der Renaissance von Juan de Arfe. Die Kapelle im Schnörkelstil
beeindruckt durch ihre Monumentalität.
In den anderen Kapellen und im Tesoro( Schatz) können wir die
sagemhaften Kunstwerke von Murillo, Valdès,Leal, Zurbarà ect bewundern.
**********
Zur anschließende Erholung spazierten wir durch das „Santa Cruz“
-Viertel, dem historischen Stadtviertel von Sevilla. Eine ganz ruhige
Gegend, herrlich kühl durch die engen Gassen. Das Viertel befinden sich
innerhalb der alten Stadtmauern und war wahrscheinlich das Zentrum der
römischen Stadt Sevilla. Zeugen dafür sind die grossen Tempel – Säulen
in der Màrmoles-Straße.
Während der maurischen Zeit gehörte das Viertel vielleicht zum Al
Muwarak Palast.Die Straßen zeigen nämlich eine arabische Planung. Einen
arabischen Ursprung haben auch die Bäder der Mesòn del Moro Str. und die
Decken des heutigen Bar Giralda in der Mateos Gago Str.
Allein in diesem Viertel könnte man tagelang herum laufem, schöne
Gässchen, attraktive Häuser mit herrlichen Innenhöfen, wunderschöne,
schmiedeeiserne Eingangstore der Häuser usw.
Leider ist wie immer, ein Tag für solch eine sehenswerten Stadt viel
zu wenig. So schlenderten wir durch die Einkaufsstraßen von Sevilla,
die alle mit großen, segelähnlichen Tüchern von Haus zu Haus überspannt
waren, um der Hitze etwas Einhalt zu gebieten, zu unserem Bus.
Lange war es im Bus erstaunlich still, alle mussten wohl die
gewaltigen Eindrücke dieser tollen Stadt verarbeiten. Ich hätte mir noch
zu gern die Ruinen von Itàlica angesehen, sie stammen aus dem Jahr 205,
von Puplius Cornelius Scipio gegründet oder das Pilatus Haus! Ein Tag
ist ein zu wenig dafür.
Nach zwei Tagen faulenzen, schwimmen und surfen startete ein Bus
nach Cordoba und ich war dabei!
Dieser Reisebericht stammt von Klaus Blochwitz, Nettetal.
Text und Bilder unterliegen dem Copyright des Autors.