Istanbul - Stadt zwischen den Kontinenten
Als einzige Stadt der Welt zwei Kontinente berührend, erhebt sich Istanbul an den Ufern des Goldenen Horns und zu beiden Seiten des Bosporus, jener Wasserstrasse, die Europa und Asien trennt sowie das Schwarze und das Marmara Meer verbindet.
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als eineinhalb Jahrtausende Mittelpunkt und Hauptstadt dreier
Weltreiche, prägen Vergangenheit und Gegenwart die Bosporusmetropole.
Schlanke Minarette und unzählige Kuppeln beherrschen das Bild dieser
Stadt, die sich das Erbe vergangener Jahrhunderte bewahrt hat. In den
Gassen spielt sich ein quirliges Strassenleben ab und zwischen dem
europäischen und dem asiatischen Ufer kreuzen Fischerboote, Fracht- und
Fährschiffe hin und her.
Sonntag, 03.05.2009
Nach 3 Stunden Flugzeit mit Turkish Airlines landen wir auf dem „Ýstanbul Atatürk Flughafen“, wo wir bereits von
einem Angestellten
unseres Hotels erwartet werden. Nach kurzer Fahrt erreichen wir unser
Hotel „Erboy“ im Stadtteil Sirkeci, in der Istanbuler Altstadt.
Sehenswürdigkeiten wie die Blaue Moschee, die Hagia Sofia und der
Topkapi Palast sind von hieraus gut zu Fuß zu erreichen. Der Hafen ist
ebenfalls nur 2 Bahnstationen bzw. 15 Minuten Fußweg entfernt.
Montag, 04.05.2009
Wir besichtigen den Topkapi Palast, der sich auf einer Landzunge erhebt, dort wo der Bosporus in das Marmarameer übergeht. Der ehemalige Herrscherpalast war vom 15. bis 19. Jahrhundert der Sitz der osmanischen Sultane. Am Eingang befindet sich der Brunnen Achmet III, 1929 als Geschenk für den Sultan erbaut, mit seinem tief herunterhängenden, reich verzierten Dach. Ein wunderschöner Garten mit herrlichen Bäumen befindet sich im ersten Palasthof. Die Wege sind gesäumt mit Rabatten schwarzer Tulpen. Im zweiten Palasthof, wo sich einst die Wesire versammelten, befinden sich die Palastküchen sowie der Harem und die Privatgemächer der Sultane. Im Zentrum des dritten Palasthofes, hinter dem „Tor der Glückseeligkeit“ steht der „Pavillon des Heiligen Mantels“ mit Reliquien des Propheten Mohammed. Der Audienzsaal, die Bibliothek von Ahmet III, eine Sammlung kostbarer Herrschergewänder und die Schatzkammer sind ebenfalls äußerst sehenswert.
Der Gewürzbasar im Stadtteil Eminönü, in der Altstadt gegenüber der
Galata Brücke und neben der Yeni Valide Moschee (Neue Moschee), ist
unser nächstes Ziel. Der auch als Ägyptischer Basar bezeichnete Bau
wurde 1660 von Sultan Hatice Turhan für den Verkauf von Gewürzen und
Kräutern erbaut. Er beherbergt kleine Läden, die heute nicht nur
Gewürze, sondern auch die verschiedensten Süssigkeiten, Kräuter, Tee,
Apfelblütentee, Pistazien, Kaviar und Souveniere usw. verkaufen. Die
Luft ist erfüllt vom Duft wohlriechender Gewürze, die in großen Säcken
vor den Geschäften stehen. Henna, das uralte Färbemittel des Orients,
findet man ebenfalls hier.
Ein Tipp: Einfach einmal den Basar durch einen der Seiteneingänge verlassen und in das Labyrinth der engen Seitenstrassen eintauchen. Hier findet man auch heute noch unzählige kleine urige Handwerkerläden.
Zum Schluss des heutigen Tages machen wir noch einen kurzen Abstecher zur „Istiklal Caddesi“. Diese ist von der Straßenbahnstation Karaköy an der Galatabrücke aus am Besten mit der Zahnradbahn “Tünel” zu erreichen. Die Fußgängerzone mit ihrer nostalgischen Straßenbahn ist das pulsierende europäische Herz Ýstanbuls. Sie führt vom Ausgang der Zahnradbahn bis zum Taksim-Platz, mitten durch den trendigen Stadtteil Beyoglu. Eine quirlige Straße mit Kinos, Musiklokalen, Geschäften aber auch Galerien, Antiquariaten und Buchläden. Da wir schon etwas fußlahm sind, nehmen wir die nostalgische Straßenbahn, die im Schneckentempo durch die sehr belebte Straße fährt.
Dienstag, 04.05.2009
Da unsere Tochter zur Zeit ein Auslandssemester in Istanbul verbringt, steht heute zuerst der Besuch der „Kadir Has Üniversitesi“ am Halic Park auf dem Programm. Diese erreichen wir zu Fuß von der Galatabrücke aus am Goldenen Horn entlang. Abenteuerlich erweist sich hierbei die Überquerung des riesigen Kreisverkehrs an der Atatürk Brücke. Ampeln und Fußgängerüberwege fehlen und es ist Rushhour. Die zahlreichen Verkehrsinseln werden so immer wieder zu Rettungsinseln und glücklicherweise bilden sich immer wieder Staus, was uns Gelegenheit gibt, uns durch die Autos hindurchzuschlängeln, sodass wir auch dieses Hindernis überwinden. Die vom dem Unternehmer Kadir Has gegründete und in der früheren Kaffeerösterei untergebrachten Universität ist wirklich sehenswert. Hier kann sogar Studieren Spaß machen.
Mit dem Linienschiff geht es anschließend von Eminönü aus in den asiatischen Teil Istanbuls nach Kadiköy. Vom Fähranleger in Kadýköy erstreckt sich rechter Hand den Hügel hinauf die Altstadt. Hier gibt es Antiquitätenläden, die nicht so touristisch sind wie „auf der anderen Seite“, deshalb aber nicht weniger interessant und im Preis deutlich günstiger sind. Wer Lust auf einen ausgedehnten Spaziergang am Meer hat, kann dies von Kadýköy in Richtung Bostancý mit Blick auf das gegenüberliegende alte Istanbul auf einer für Fußgänger angelegten Promenade tun. Dreh- und Angelpunkt in Kadiköy ist die Verkehrsinsel um die "6 Wege" (Altý Yol) mit dem Stier in der Mitte. Von hier aus gelangt man in alle Richtungen des Viertels, u.a. mit der Buslinie 8 zum großen "Salý Pazarý" (Dienstagsmarkt), einem der größten in der Türkei, den wir natürlich auch besucht haben. Hier findet man neben zahlreichen Obst- und Gemüseständen auch ein reichhaltiges Angebot an Textilien und Laderwaren – nur Touristen fehlen weitgehend.
Noch ein Hinweis : Busfahren ist für Frauen hier angenehm - türkische Männer bieten Frauen immer ihren Sitzplatz an.
Tipp: Den Abend verbringen wir in einem der zahlreichen guten und günstigen Restaurants, welche sich direkt in der Passage gegenüber dem oberen Ausgang der Zahnradbahn “Tünel” im Ortsteil Beyoglu befinden. Die Gässchen sind unbedingt einen Abstecher wert.
Mittwoch, 06.05.2009
12.00 Uhr Abfahrt in Kabatas - Endstation der Straßenbahn in der Nähe des Dolmabahce Palastes - mit dem Linienschiff zu den „Istanbul Adalari, den Prinzeninseln“ Die 9 im Bosporus gelegenen Inseln, von denen lediglich 4 bewohnt sind, verdanken ihren Namen den Prinzen, die dorthin verbannt und in den Klöstern untergebracht wurden. Die Inseln haben sich ihren Charme bis heute bewahrt und sind eine Sehenswürdigkeit Istanbuls. Kaum hat der Dampfer abgelegt, rennen junge Männer, ein Tablett geschickt balancierend, durch die Reihen: "Cay ister var mi?" Möchte jemand Tee? Auf einer Bank an der Reling, lassen wir die Beine baumeln und genießen den frischen Fahrtwind. Möwen folgen dem Schiff und stürzen sich schreiend wild auf die kleinen Brocken Simit (Sesamkringel), die ihnen die Fahrgäste zuwerfen. Nach etwa 40 Minuten erreichen wir Büyüada, die größte der Inseln, geprägt von zahlreichen hölzerne Jugendstil- und Sommervillen sowie von Kiefern- und Pinienwäldern. Die autofreie Insel lässt sich am Besten mit einer erholsamen Droschkenfahrt erkunden ( 1,5 Std. 50 TL/ca. 25 €), welche man direkt vom Hafen aus beginnen kann. Der Weg führt vorbei an den schönen Villen und Gärten, der armenisch-katholische Kirche, an einem "Bisiklet Park Yeri" (Fahrradparkplatz) und durch dichte Pinien- und Laubwälder, in denen freilaufende Kühe grasen. Die Luft riecht nach frischen Kräutern. Unterwegs eröffnen sich immer wieder traumhafte Ausblicke auf die teilweise steil abfallende Küste und das Meer.
Donnerstag, 07.05.2009
Auf den Besuch der Hagia Sophia, einer bedeutendsten Kirchen aus der Zeit des byzantinischen Reiches und jetzt um Museum erklärt, verzichten wir, als wir die unüberschaubare Zahl von Reisebussen vor dem Eingang sehen. Stattdessen besuchen wir die gegenüberliegende Sultanahmet Moschee ( Blaue Moschee ). Diese ist mit ihren 6 Minaretten zweifelsohne eine der schönsten Moscheen Istanbuls.
Am Nachmittag geht es mit dem Linienbuss nach Eyüp, nordwestlich der Stadtmauer am Ende des Goldenen Horns. Benannt ist der Stadtteil nach Abu Ayyub al-Ansari (türk. Abu Eyüp al Ansari), einem Bannerträger Mohammeds, der bei der erfolglosen ersten Belagerung von Konstantinopel durch die Muslime im Jahre 674 vor der Stadtmauer fiel. Sein Grab, das der Legende nach durch wundersame Träume kurz nach der osmanischen Eroberung wiedergefunden wurde, befindet sich heute in der Eyüp-Sultan-Moschee. Die Moschee von Eyüp stellt für Muslime nach Mekka, Medina und Jerusalem das viertheiligste Pilgerziel dar. Dieser älteste osmanische Stadtteil Istanbuls ist bis heute stark islamisch geprägt.
Von den Hügeln über Eyüp, die wir nach einer kurzen Gondelfahrt entlang eines Gräberfeldes, welches sich den Hang hinaufzieht, erreichen, hat man einen wunderbaren Blick über das Goldene Horn. Wir genießen den herrlichen Ausblick bei einem Tässchen duftenden, türkischen Kaffees im historischen Cafe Pierre Loti
Tipp : Ins Zentrum zum Hafen zurückgekehrt, geniessen wir in der Abendsonne noch ein „Balik Ekmek“, gegrillter Fisch in Weisbrot, welcher auf schwankenden Booten an den Kaimauern zubereitet und für 8 TL (4 €) verkauft wird. Unbedingt einmal probieren !
Freitag, 08.05.2009
Mit der Straßenbahn geht es zum Dolmabahce Palast ( Endstation Kabatasch), welcher Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wurde und dessen 600 m lange Fassade auf den Bosporus blickt. Der Palast vermittelt mit seinem Eingangsportal, dem riesigen Thronsaal, dem Kristalltreppenhaus und durch eine Vielzahl an Mobiliar und Gemälden einen grossartigen Eindruck einer Sultanresidenz und ist unbedingt einen Besuch wert. Der Eintritt beträgt 15 TL; Fotografieren kosten 6 TL extra.
Am späten Nachmittag besuchen wir noch den Galata – Turm im Stadtteil Karaköy. Von der Plattform dieses imposanten, 1348 erbauten 62m hohen Turmes bietet sich ein herrlicher Rundblick auf Istanbul, das Goldene Horn und den Bosborus. Traumhaft wird der Blick, als die Sonne langsam hinter den Silhouetten der Moscheen untergeht. Man könnte dann ewig hier oben bleiben.
Am Abend machen wir einen der wenigen Fehler unserer Tour : wir besuchen eines der Restaurants unter der Galatabrücke. Unser Fazit : Tourismus pur und essen kann man anderswo deutlich besser.
Samstag, 09.05.2009
Wir fahren mit dem Bus am Bosporus entlang nach Bebek, einem vornehmen Villenort mit Restaurants und Hotels. Hier, an der schmalsten Stelle des Bosporus liegt auf der europäischen Seite die Burg „Rumeli Hisari“, welche im Jahre 1452 unter Sultan Mehmet dem Eroberer innerhalb von nur 4 Monaten erbaut wurde. Die mächtige Festung mit ihren 25 bis 30m hohen Rundtürmen ist einer der schönsten und berühmtesten Punkte am Bosporus und von ihren Zinnen hat man einen herrlichen Ausblick.
Auf der Rückfahrt machen wir Rast in Ortaköy. Hier wird der Bosporus von der längsten Hängebrücke Europas beherrscht, deren Spannweite von Ufer zu Ufer 1.074m beträgt.
Durch die „Kumpir-Strasse“ erreichen wir den kleinen, idyllischen Hafen des Ortes, wo auch die von der Mutter des Sultans Abdülaziz erreichtete „Moschee am Wasser“ steht. Diese kleine Moschee ist eine Besichtigung wert. Wir nehmen uns gerne die Zeit, hier noch einen Tee zu trinken und dabei den vorbeiziehenden Schiffen zuzuschauen. Ach ja – ein „Kumpir“ essen wir natürlich auch noch. Das sind riesengroße, warme, ausgehöhlte Kartoffeln, welche je nach Belieben mit Mais, Erbsen, Wurstscheiben, Joghurt usw. gefüllt sind – einfach lecker.
Sonntag, 10.05.2009
Am letzten Tag unserer Reise besuchen wir noch den „Gülhane-Park“ (gleich beim Topkapi-Palast). Wir bummeln unter großen, alten Platanen entlang; einfach nur schön. Gelegentlich geht unser Blick allerdings etwas skeptisch zum Himmel, da zahlreiche Fischreiher in den Bäumen brüten. Am Ende des Parks liegt ein Teehaus mit wundervollem Blick auf den Bosporus. Den Tee gibt es dort aus dem Samowar, herrlich. Hier lassen wir noch einmal in der Sonne die Seele baumeln lassen und träumen vor uns hin. Sogar der Anblick von Delfinen, welche den Bosporus durchqueren, ist uns von hieraus noch vergönnt.
Nach einem letzen Mittagessen auf der Dachterrasse des Restaurants des Orient-Hotels mit Blick über Istanbul heißt es Abschied nehmen – von unserer Tochter und einer wundervollen Stadt.
Fotos : privat
Sonntag, 03.05.2009
Nach 3 Stunden Flugzeit mit Turkish Airlines landen wir auf dem „Ýstanbul Atatürk Flughafen“, wo wir bereits von
einem Angestellten
unseres Hotels erwartet werden. Nach kurzer Fahrt erreichen wir unser
Hotel „Erboy“ im Stadtteil Sirkeci, in der Istanbuler Altstadt.
Sehenswürdigkeiten wie die Blaue Moschee, die Hagia Sofia und der
Topkapi Palast sind von hieraus gut zu Fuß zu erreichen. Der Hafen ist
ebenfalls nur 2 Bahnstationen bzw. 15 Minuten Fußweg entfernt.
Montag, 04.05.2009
Wir besichtigen den Topkapi Palast, der sich auf einer Landzunge erhebt, dort wo der Bosporus in das Marmarameer übergeht. Der ehemalige Herrscherpalast war vom 15. bis 19. Jahrhundert der Sitz der osmanischen Sultane. Am Eingang befindet sich der Brunnen Achmet III, 1929 als Geschenk für den Sultan erbaut, mit seinem tief herunterhängenden, reich verzierten Dach. Ein wunderschöner Garten mit herrlichen Bäumen befindet sich im ersten Palasthof. Die Wege sind gesäumt mit Rabatten schwarzer Tulpen. Im zweiten Palasthof, wo sich einst die Wesire versammelten, befinden sich die Palastküchen sowie der Harem und die Privatgemächer der Sultane. Im Zentrum des dritten Palasthofes, hinter dem „Tor der Glückseeligkeit“ steht der „Pavillon des Heiligen Mantels“ mit Reliquien des Propheten Mohammed. Der Audienzsaal, die Bibliothek von Ahmet III, eine Sammlung kostbarer Herrschergewänder und die Schatzkammer sind ebenfalls äußerst sehenswert.
Der Gewürzbasar im Stadtteil Eminönü, in der Altstadt gegenüber der
Galata Brücke und neben der Yeni Valide Moschee (Neue Moschee), ist
unser nächstes Ziel. Der auch als Ägyptischer Basar bezeichnete Bau
wurde 1660 von Sultan Hatice Turhan für den Verkauf von Gewürzen und
Kräutern erbaut. Er beherbergt kleine Läden, die heute nicht nur
Gewürze, sondern auch die verschiedensten Süssigkeiten, Kräuter, Tee,
Apfelblütentee, Pistazien, Kaviar und Souveniere usw. verkaufen. Die
Luft ist erfüllt vom Duft wohlriechender Gewürze, die in großen Säcken
vor den Geschäften stehen. Henna, das uralte Färbemittel des Orients,
findet man ebenfalls hier.
Ein Tipp: Einfach einmal den Basar durch einen der Seiteneingänge verlassen und in das Labyrinth der engen Seitenstrassen eintauchen. Hier findet man auch heute noch unzählige kleine urige Handwerkerläden.
Zum Schluss des heutigen Tages machen wir noch einen kurzen Abstecher zur „Istiklal Caddesi“. Diese ist von der Straßenbahnstation Karaköy an der Galatabrücke aus am Besten mit der Zahnradbahn “Tünel” zu erreichen. Die Fußgängerzone mit ihrer nostalgischen Straßenbahn ist das pulsierende europäische Herz Ýstanbuls. Sie führt vom Ausgang der Zahnradbahn bis zum Taksim-Platz, mitten durch den trendigen Stadtteil Beyoglu. Eine quirlige Straße mit Kinos, Musiklokalen, Geschäften aber auch Galerien, Antiquariaten und Buchläden. Da wir schon etwas fußlahm sind, nehmen wir die nostalgische Straßenbahn, die im Schneckentempo durch die sehr belebte Straße fährt.
Dienstag, 04.05.2009
Da unsere Tochter zur Zeit ein Auslandssemester in Istanbul verbringt, steht heute zuerst der Besuch der „Kadir Has Üniversitesi“ am Halic Park auf dem Programm. Diese erreichen wir zu Fuß von der Galatabrücke aus am Goldenen Horn entlang. Abenteuerlich erweist sich hierbei die Überquerung des riesigen Kreisverkehrs an der Atatürk Brücke. Ampeln und Fußgängerüberwege fehlen und es ist Rushhour. Die zahlreichen Verkehrsinseln werden so immer wieder zu Rettungsinseln und glücklicherweise bilden sich immer wieder Staus, was uns Gelegenheit gibt, uns durch die Autos hindurchzuschlängeln, sodass wir auch dieses Hindernis überwinden. Die vom dem Unternehmer Kadir Has gegründete und in der früheren Kaffeerösterei untergebrachten Universität ist wirklich sehenswert. Hier kann sogar Studieren Spaß machen.
Mit dem Linienschiff geht es anschließend von Eminönü aus in den asiatischen Teil Istanbuls nach Kadiköy. Vom Fähranleger in Kadýköy erstreckt sich rechter Hand den Hügel hinauf die Altstadt. Hier gibt es Antiquitätenläden, die nicht so touristisch sind wie „auf der anderen Seite“, deshalb aber nicht weniger interessant und im Preis deutlich günstiger sind. Wer Lust auf einen ausgedehnten Spaziergang am Meer hat, kann dies von Kadýköy in Richtung Bostancý mit Blick auf das gegenüberliegende alte Istanbul auf einer für Fußgänger angelegten Promenade tun. Dreh- und Angelpunkt in Kadiköy ist die Verkehrsinsel um die "6 Wege" (Altý Yol) mit dem Stier in der Mitte. Von hier aus gelangt man in alle Richtungen des Viertels, u.a. mit der Buslinie 8 zum großen "Salý Pazarý" (Dienstagsmarkt), einem der größten in der Türkei, den wir natürlich auch besucht haben. Hier findet man neben zahlreichen Obst- und Gemüseständen auch ein reichhaltiges Angebot an Textilien und Laderwaren – nur Touristen fehlen weitgehend.
Noch ein Hinweis : Busfahren ist für Frauen hier angenehm - türkische Männer bieten Frauen immer ihren Sitzplatz an.
Tipp: Den Abend verbringen wir in einem der zahlreichen guten und günstigen Restaurants, welche sich direkt in der Passage gegenüber dem oberen Ausgang der Zahnradbahn “Tünel” im Ortsteil Beyoglu befinden. Die Gässchen sind unbedingt einen Abstecher wert.
Mittwoch, 06.05.2009
12.00 Uhr Abfahrt in Kabatas - Endstation der Straßenbahn in der Nähe des Dolmabahce Palastes - mit dem Linienschiff zu den „Istanbul Adalari, den Prinzeninseln“ Die 9 im Bosporus gelegenen Inseln, von denen lediglich 4 bewohnt sind, verdanken ihren Namen den Prinzen, die dorthin verbannt und in den Klöstern untergebracht wurden. Die Inseln haben sich ihren Charme bis heute bewahrt und sind eine Sehenswürdigkeit Istanbuls. Kaum hat der Dampfer abgelegt, rennen junge Männer, ein Tablett geschickt balancierend, durch die Reihen: "Cay ister var mi?" Möchte jemand Tee? Auf einer Bank an der Reling, lassen wir die Beine baumeln und genießen den frischen Fahrtwind. Möwen folgen dem Schiff und stürzen sich schreiend wild auf die kleinen Brocken Simit (Sesamkringel), die ihnen die Fahrgäste zuwerfen. Nach etwa 40 Minuten erreichen wir Büyüada, die größte der Inseln, geprägt von zahlreichen hölzerne Jugendstil- und Sommervillen sowie von Kiefern- und Pinienwäldern. Die autofreie Insel lässt sich am Besten mit einer erholsamen Droschkenfahrt erkunden ( 1,5 Std. 50 TL/ca. 25 €), welche man direkt vom Hafen aus beginnen kann. Der Weg führt vorbei an den schönen Villen und Gärten, der armenisch-katholische Kirche, an einem "Bisiklet Park Yeri" (Fahrradparkplatz) und durch dichte Pinien- und Laubwälder, in denen freilaufende Kühe grasen. Die Luft riecht nach frischen Kräutern. Unterwegs eröffnen sich immer wieder traumhafte Ausblicke auf die teilweise steil abfallende Küste und das Meer.
Donnerstag, 07.05.2009
Auf den Besuch der Hagia Sophia, einer bedeutendsten Kirchen aus der Zeit des byzantinischen Reiches und jetzt um Museum erklärt, verzichten wir, als wir die unüberschaubare Zahl von Reisebussen vor dem Eingang sehen. Stattdessen besuchen wir die gegenüberliegende Sultanahmet Moschee ( Blaue Moschee ). Diese ist mit ihren 6 Minaretten zweifelsohne eine der schönsten Moscheen Istanbuls.
Am Nachmittag geht es mit dem Linienbuss nach Eyüp, nordwestlich der Stadtmauer am Ende des Goldenen Horns. Benannt ist der Stadtteil nach Abu Ayyub al-Ansari (türk. Abu Eyüp al Ansari), einem Bannerträger Mohammeds, der bei der erfolglosen ersten Belagerung von Konstantinopel durch die Muslime im Jahre 674 vor der Stadtmauer fiel. Sein Grab, das der Legende nach durch wundersame Träume kurz nach der osmanischen Eroberung wiedergefunden wurde, befindet sich heute in der Eyüp-Sultan-Moschee. Die Moschee von Eyüp stellt für Muslime nach Mekka, Medina und Jerusalem das viertheiligste Pilgerziel dar. Dieser älteste osmanische Stadtteil Istanbuls ist bis heute stark islamisch geprägt.
Von den Hügeln über Eyüp, die wir nach einer kurzen Gondelfahrt entlang eines Gräberfeldes, welches sich den Hang hinaufzieht, erreichen, hat man einen wunderbaren Blick über das Goldene Horn. Wir genießen den herrlichen Ausblick bei einem Tässchen duftenden, türkischen Kaffees im historischen Cafe Pierre Loti
Tipp : Ins Zentrum zum Hafen zurückgekehrt, geniessen wir in der Abendsonne noch ein „Balik Ekmek“, gegrillter Fisch in Weisbrot, welcher auf schwankenden Booten an den Kaimauern zubereitet und für 8 TL (4 €) verkauft wird. Unbedingt einmal probieren !
Freitag, 08.05.2009
Mit der Straßenbahn geht es zum Dolmabahce Palast ( Endstation Kabatasch), welcher Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wurde und dessen 600 m lange Fassade auf den Bosporus blickt. Der Palast vermittelt mit seinem Eingangsportal, dem riesigen Thronsaal, dem Kristalltreppenhaus und durch eine Vielzahl an Mobiliar und Gemälden einen grossartigen Eindruck einer Sultanresidenz und ist unbedingt einen Besuch wert. Der Eintritt beträgt 15 TL; Fotografieren kosten 6 TL extra.
Am späten Nachmittag besuchen wir noch den Galata – Turm im Stadtteil Karaköy. Von der Plattform dieses imposanten, 1348 erbauten 62m hohen Turmes bietet sich ein herrlicher Rundblick auf Istanbul, das Goldene Horn und den Bosborus. Traumhaft wird der Blick, als die Sonne langsam hinter den Silhouetten der Moscheen untergeht. Man könnte dann ewig hier oben bleiben.
Am Abend machen wir einen der wenigen Fehler unserer Tour : wir besuchen eines der Restaurants unter der Galatabrücke. Unser Fazit : Tourismus pur und essen kann man anderswo deutlich besser.
Samstag, 09.05.2009
Wir fahren mit dem Bus am Bosporus entlang nach Bebek, einem vornehmen Villenort mit Restaurants und Hotels. Hier, an der schmalsten Stelle des Bosporus liegt auf der europäischen Seite die Burg „Rumeli Hisari“, welche im Jahre 1452 unter Sultan Mehmet dem Eroberer innerhalb von nur 4 Monaten erbaut wurde. Die mächtige Festung mit ihren 25 bis 30m hohen Rundtürmen ist einer der schönsten und berühmtesten Punkte am Bosporus und von ihren Zinnen hat man einen herrlichen Ausblick.
Auf der Rückfahrt machen wir Rast in Ortaköy. Hier wird der Bosporus von der längsten Hängebrücke Europas beherrscht, deren Spannweite von Ufer zu Ufer 1.074m beträgt.
Durch die „Kumpir-Strasse“ erreichen wir den kleinen, idyllischen Hafen des Ortes, wo auch die von der Mutter des Sultans Abdülaziz erreichtete „Moschee am Wasser“ steht. Diese kleine Moschee ist eine Besichtigung wert. Wir nehmen uns gerne die Zeit, hier noch einen Tee zu trinken und dabei den vorbeiziehenden Schiffen zuzuschauen. Ach ja – ein „Kumpir“ essen wir natürlich auch noch. Das sind riesengroße, warme, ausgehöhlte Kartoffeln, welche je nach Belieben mit Mais, Erbsen, Wurstscheiben, Joghurt usw. gefüllt sind – einfach lecker.
Sonntag, 10.05.2009
Am letzten Tag unserer Reise besuchen wir noch den „Gülhane-Park“ (gleich beim Topkapi-Palast). Wir bummeln unter großen, alten Platanen entlang; einfach nur schön. Gelegentlich geht unser Blick allerdings etwas skeptisch zum Himmel, da zahlreiche Fischreiher in den Bäumen brüten. Am Ende des Parks liegt ein Teehaus mit wundervollem Blick auf den Bosporus. Den Tee gibt es dort aus dem Samowar, herrlich. Hier lassen wir noch einmal in der Sonne die Seele baumeln lassen und träumen vor uns hin. Sogar der Anblick von Delfinen, welche den Bosporus durchqueren, ist uns von hieraus noch vergönnt.
Nach einem letzen Mittagessen auf der Dachterrasse des Restaurants des Orient-Hotels mit Blick über Istanbul heißt es Abschied nehmen – von unserer Tochter und einer wundervollen Stadt.
Fotos : privat
(c) Text/Bilder: Ralf Beelitz