Meine erste Hochgebirgswanderung

 

 

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Toni bot sich sofort an, sich um das Abendessen zu kümmern, ich bot mich als Hilfe an! Ich wollte
heraus finden, ob Toni ein Mannweib war oder nicht.

Die Majestät der Berge

1970 und 1972 nahm ich jeweils an einer Hochbebirgswanderung teil!

Meine erste Hochbebirgswanderung fand 1970 in den Berchdesgadener Alpen statt, genauer gesagt,
rund um den Watzmann!


Es begann richtig zünftig und urgemütlich, im Laufe des Tages trudelten die drei weiteren
Teilnehmer ein, zur Vesperpause waren wir komplett und als unser Bergführer sich bekannt
machte, schluckte iich kurz vor Überraschung, der Toni war eine die Toni! Sakradeifi, Sackelzement!!


Der Abend in dem Hotel war beinah ausgelassen, war es nun Vorfreude oder Galgenhumor?
Spät, aber nicht zu spät gingen wir zu Bett und um sechs Uhr wurden wir geweckt. Nach dem
Frühstückwurden von unserem Bergführer die Ausrüstung kontrolliert, außer der Standartausrüstung
wieBergstiefel,Socken, Pullover, Regenkleidung usw. ging es ihm viel mehr um das Bergseil,
40 mtr. Lang,Durchmesser 11 mm, Perlon-Kernmantel-Konstruktion, Reepschnurschlingen 4 mtr. lang,
Durchmesser 7mm, Eishaken, Felshaken, Karabiner, Kletterhammer, Steigeisen, Eispickel und
noch vieles mehr! Ich will garnicht alles aufzählen, nur eins noch, der Rucksack war richtig schwer!
Zumal ich ja zusätzlich meine Kamera und zwei Objektive mit genommen habe, als einzigster,
die drei anderen haben sie aus Gewichtsgründen im Hotel gelassen. Das hätte ich nie gekonnt!
Wann komme ich noch mal so in die Berge?


Das Wandern durch das Berchdesgadener Tal war noch angenehm, aber nach der Mittagspause
begann der Aufstieg, nach zwei Stunden intensiven Aufstiegs, ich war von Toni beeindruckt!,
sah ich mit unendlicher Erleichterung schon recht nah die Berghütte!
Raus aus den Bergstiefeln und etwas leichtere Schuhe an, ich wollte unbedingt ein paar Fotos
machen.
Wilhelm rief mich zurück, Zeit für das Abendessen! Es war ein einfaches Essen, aber richtig gut.
Geschlafen wurde auf dem Heuboden! Erfreulicherweise war das Heu mit ausreichend Decken
abgedeckt. In Reih und Glied lagen wir fünf im Heu und schliefen gut!

Früh kam der Weckruf von dem Betreiber der Berghütte, ein einfaches, aber gutes Frühstück
und weiter ging es. Das Wetter meinte es gut mit uns und wir schwitzten wie die Schw...! Der
Rucksack drückte und wurde immer schwerer. Pause!
Heute war Selbstversorgung angesagt und so kramte jeder sein Mittagessen aus seine Rucksack!
Abends bauten wir unsere Zelte auf und mitten im Aufbau kam Toni zur mir und fragte mich, ob
sie in meine Zelt schlafen darf, dann könne sie sich den Aufbau sparen.Warum nicht? Mein Zelt
war für zwei Personen ausreichend!

Wilhelm, so hieß unser Bergführer tatsächlich, führte uns mi einen angenehmen Tempo weiter
in die beeindruckenden Berge und bescherte uns Ausblicke auf Berge und in Tälern, die wir sonst
nie zu Gesicht bekommen hätten.
Abends war wieder zelten angesagt und Wilhelm kontrolierte den Aufbau der Zelte, es könnte ein
Unwetter geben!
Und es gab ein Unwetter! Mit allem was dazu gehört, Blitze, Donner, Sturm und Regen: Es war auch
ein Erlebnis, dass dazu gehört.

Leider musste ich am nächsten Morgen feststellen, dass meine Kamera während des Unwetters in
der Enge des kleinen Zeltes irgendwie beschädigt worden ist, fotografieren ade!

Wilhelm zeigte uns Gemsen und Murmeltiere, den Gentana clusli und die Aster alpinus, verschiedene
Vogelarten wie den Monticola saxatilis, Lyrunus tetrix, auch die Vipera berus! Kein Witz, Wilhelm
nannte alles beim lateinischen Namen, ich wusste von vielen noch nicht enmal den deutschen Namen!
An diesen Abend übernachteten wir wieder in einer Berghütte, allerdings ohne Bewirtung! Toni bot
sich sofort an, sich um das Abendessen zu kümmern, ich bot mich als Hilfe an! Ich wollte heraus
finden, ob Toni ein Mannweib war oder nicht, sie war es nicht, aber so etwas von überhaupt nicht.

Wilhelm umrundete mit uns eine steile Felswand und zeigte uns dann an, dass wir eine Seilschaft
bilden sollen.
Jetzt ging aber richtig los, zum Glück konnten wir vorhandene Haken benutzen, wir hakten unsere
Karabinerhaken ein und stiegen langsam und vorsichtig den steilen Aufstieg hoch. Oben hatten
wir eine grandiose Aussicht! Mit allem was dazu gehört, Fernsicht, bis das Auge weh tat und
uterletzt noch ein Sonnenuntergang, der einem die Tränen in die Augenn trieb!

An dem Abend erreichten wir die Berghütte recht spät und so machten wir alle kaltes Abndessen
aus dem Rucksack, Schnell waren wir alle im Heu verschwunden!
Wilhelm führte unsere kleine Seilschaft höher und höher, nach links mochte ich garnicht mehr
gucken, da ging es nämlich sehr steil abwärts. Alles ging gut und wir genossen die überwältigende
Aussicht!
Erstaunlich schnell brachte uns Wilhelm am letzten Tag zurück nach Berchdesgaden und in dem
Hotel startete ein prächtiger Abend!

Mein Fazit dieser Bergtour: grandios und hoch geht’s einfacher als herunter! Sicher war ich mir,
dass ich solch eine Bergtour noch mal mitmachen werde! Den Rest des Urlaubes wanderten wir
bequemer weiter unten herum oder fuhren mit dem Auto zu besonders schönen Stellen. Alles im
allem war es ein rund herum gelungener Urlaub.

Dieser Bericht stammt von Klaus Blochwitz, Nettetal.

Text und Fotos unterliegen dem Copyright des Autors!