Motorrollertour: Südtirol und Dolomiten Teil 1
Wir sind unterwegs nach Tramin in Südtirol und
möchten von dort aus noch in die Dolomiten fahren.
Da die Anreise fast 900 km lang ist und Autobahnfahrten mit einem
Motorroller nicht wirklich Spaß machen, haben wir diesmal unseren Honda
Silver Wing 600 auf einen Trailer verladen und ziehen ihn mit 100 km/h
hinter uns her.
>>> Los gehts <<<
Wir sind unterwegs nach Tramin in Südtirol und möchten von dort aus noch in die Dolomiten fahren. Da die Anreise fast 900 km lang ist und Autobahnfahrten mit einem Motorroller nicht wirklich Spaß machen, haben wir diesmal unseren Honda Silver Wing 600 auf einen Trailer verladen und ziehen ihn mit 100 km/h hinter uns her. Unser Zwischenziel für heute ist Oy-Mittelberg. Dort treffen wir uns mit den anderen Tourteilnehmern und wir haben abends bei einem guten Glas Bier Gelegenheit, uns näher kennenzulernen. Schnell stellt sich heraus: die Chemie stimmt.
>>> Südtirol wir kommen <<<
Wir fahren über den Fern-, Finstermünz- und Reschenpass ins Etschtal nach Südtirol. Die Pässe sind sehr stark befahren. Unterwegs komme ich gelegentlich bei den engen Serpentinen mit meinem Anhänger doch etwas ins Schwitzen; insbesonders, wenn uns wieder einmal ein Reisebus entgegenkommt. Nach jedem weiteren Kilometer und der nächsten Kehre geht es jedoch immer besser.
Südlich des Kalterer Sees, an der Strada del Vino, liegt die erste Station unserer Reise, der Weinort Tramin. Der Ort mit seinem schönen historischen Dorfkern, bunten Häuserfassaden und verwinkelten Gassen ist umgeben von sanft ansteigenden Rebhängen. Die weite, leicht hügelige Weinlandschaft mit dem Schatten von Zypressen, atmet bereits den Duft des Südens.
Im Hotel Rechental haben wir unsere Zimmer gebucht. Leider sind die Zimmer recht hellhörig und der Inhaber hat offensichtlich schlecht geschlafen, so unfreundlich wie er ist. Dafür ist die Bedienung allerdings recht nett und das Essen ist gut.
>>> Die ersten Pässe <<<
Über die SS42 touren wir von Eppan aus die schöne Auffahrt zum Mendelpass hinauf. Der Mendelpass (1.363 m) südlich von Bozen verbindet das Etschtal mit dem Nonstal (Val di Non). Wir fahren sozusagen von einem Apfeltal ins andere.
Die kurvenreiche Strecke mit 17 Serpentinen führt in einer gleichmäßigen Steigung am Mendelkamm unterhalb des Penegal entlang zur Passhöhe. Der untere Teil ist schön kurvig mit mehreren geschwungenen Kehren, welche sich flüssig fahren lassen, dann kommen gerade Strecken. Der mittlere Teil dagegen ist wild romantisch; die Strasse wird
jetzt
enger und hängt an der fast senkrecht abfallenden Felswand. Alte
Begrenzungsmauern und Steine, wie in früheren Zeiten, ersetzen die
modernen Leitplanken. Immer wieder eröffnet sich einem die wunderschöne
Aussicht auf das Etschtal mit dem Kalterer See und den Dolomiten im
Hintergrund. Die Passhöhe selbst ist unakttraktiv. Eine schmale und
kurvenreiche Straße zweigt hier zum Gipfel des Monte Penegal (1.737 m)
ab. Der Penegal zählt mit zu den schönsten Aussichtsbergen Südtirols.
Auf dem Gipfel steht ein wenig Vertrauen erweckender Aussichtsturm,
dafür ist das 360° Rundum-Panorama absolut gigantisch. Die Brenta-Gruppe
im Südwesten, die Ortler-Gruppe im Westen und die Dolomiten im Osten.
Ein Muss !
Die etwa 13km lange Abfahrt führt uns nach Fondo. Dabei überfahren wir auch die Sprachgrenze vom Deutschen ins Italienische. Mutet die Landschaft erst ein wenig voralpenländisch an, so wird spätestens beim Anblick der Brentagruppe im Südwesten wieder klar, dass wir doch inmitten der Alpen sind.
Von Fondo aus geht es über das malerische Dörfchen Proveis, einem der wenigen Orte in Südtirol, das seine Ursprünglichkeit bewahrt hat, weiter in Richtung Ultental. Unterwegs machen wir noch in der Hofschänke „Bachwiesel“ bei Saft und hausgemachten Apfelstrudel Rast. Der ist so gut, dass man auf keinen Fall vorbeifahren sollte. Nach der Durchfahrt des Tunnels von Proveis kommen wir praktisch mitten im Ultental wieder heraus. Das Tal wird von den Kämmen der südöstlichen Ortlergruppe flankiert. Das Anfangs fast eintönig wirkende, von Felskulissen und Wald gesäumte, Tal wird in seinem oberen Teil breiter und ausladender. Die Straße durch den Stilfserjoch Nationalpark führt über mehrere Kilometer stetig ansteigend auf über 1.800 m hinauf. Die letzten 6 km der Straße haben es in sich. Steile, teilweise verschmutzte und äußerst enge – zumindest für uns „Flachlandtiroler“ - Kurven. Schon ein entgegenkommendes Auto zwingt fast zum Anhalten. Die Kurven sind schwer einsehbar. Die Straße ist am Rand so gut wie nicht abgesichert und es geht daneben recht steil den Abhang hinunter. Erfolgreich verteidige ich daher das Schlusslicht unserer Truppe. Der Anblick des Lago Fontana Bianca, dem Weißbrunnsee am Ende der Straße entschädigt jedoch mehr als reichlich dafür. Im Halbkreis stehen riesige Berge um den türkisfarbenen See, spiegeln sich auf der glatten Wasseroberfläche. Ein Platz zum Träumen, wo man die Seele baumeln lassen kann.
>> Gardasee für Genusstourer <<
Gardasee und Monte Baldo - wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie
erschaffen. Langsam klettert die Sonne über die Zweitausender des Monte
Baldo und taucht die Westküste des Sees in gleißendes Licht. Thomas,
Gerhard und Heike, Hans und Belinda, meine Frau Evelin und ich fahren
auf der Gardesana Orientale in Richtung Süden. Nach wenigen Kilometern
Fahrt am romantischen Ostufer geht es an einem der beliebtesten Orte des
Gardasees vorbei: Malcesine, welcher als einer der schönsten Orte am
See gilt und deshalb auch "Perle des Gardasees" genannt wird. Geprägt
ist das Bild durch die - leider von Touristen überlaufene - Altstadt mit
ihren vielen engen Gassen und der von weithin sichtbaren Scaligerburg.
Ab hier bieten sich uns prachtvolle Ausblicke hinüber zur Westseite mit
den Steilabstürzen der Berggruppen des Tremalzo, Caplone und Pizzòcolo.
Der See fasziniert, lädt immer wieder zum hinschauen ein, die Panoramen
von der Uferstrasse sind einzigartig.
Zwischen Torri del Benaco und Garda bilden die Ausläufer des Monte Baldo eine kleine Halbinsel, von der man eine herrliche Sicht über alle Berge, die den Gardasee umgeben, genießt. Das ist die „Punta San Vigilio“, wo wir eine Rast einlegen. Am Ende einer hoch aufragenden Zypressenallee stoßen wir auf eine eine alte Villa aus dem 16.Jahrhundert mit typisch italienischen Gartenanlagen. Wir gehen auf der schmalen Pflasterstraße weiter und erhaschen einen Blick auf ein antikes Zitronentreibhaus mit Venus-Statue. Von der Terrasse des Restaurants Taverna am kleinen Fischerhafen aus genießen wir anschließend bei Prosciutto e Melone eine herrliche Aussicht auf den gesamten unteren Teil des Gardasees.
Etwas weiter südlich erreichen wir auf der Gardesana den Hauptort Garda, der dem See den Namen gab. Hier biegen wir über kleinen Ort Costermano in Richtung des Monte Baldo ab, einer bis über 2.000 m hohen Gebirgskette im
Nordosten des Gardasees. In gut befahrbaren Kurven
schlängelt sich die schmale Strasse am Berghang hinauf und gibt immer
wieder atemberaubende Blicke auf den Gardasee und die umliegenden Berge
frei. Wer etwas Zeit mitbringt, sollte im kleinen Ort Spiazzi über
zahlreiche Stufen hinab zum eng an den Felsen geschmiegten Wallfahrtsort
Madonna della Corona klettern. Wie ein Schwalbennest klebt die Kirche
aus dem 16.Jh., umgeben von einer wilden Felslandschaft, am Abgrund.
Während der Gardasee noch von der Sonne verwöhnt wird, ziehen um die Gipfel des Monte Baldo Massivs plötzlich dunkle Gewitterwolken auf und die Bergspitzen verschwinden im Nebel. Nach kurzer Beratung entschließen wir uns daher schweren Herzens umzukehren. Auf der Abfahrt zum See werden wir jedoch immer wieder durch ein tolles Panorama entschädigt.
Ein interessanter Gegensatz: Während wir den Tag am Gardasee verbrachten, haben 4 unserer Truppe das Timmelsjoch (2.474 m) erklommen. Schnee auf den Hängen und Eisstücke in den Tunneln haben sie hier begleitet. Allerdings auch die Bewunderung einiger Motorradfahrer. Als diese feststellen, dass es sich bei den Fahrzeugen um Motorroller handelt, entfährt es einem „...die fahren ja wie Sau…“
Wadi (Walter) und Wolf, die ganz harten Jungs unter uns, sind anschließend noch über den Jaufenpass (2.099 m), das Penserjoch (2.215 m), durch das wunderschöne Sarntal, über den Rittenpass, durch die Eggelschlucht und das Eggental und über die Hochebene bei Aldein, vorbei am Kloster Maria Weißenstein im Leiferertal, wieder in die Ebene nach Tramin zurückgefahren. Das waren für sie 350 km geile Kurven.
Wir sind unterwegs nach Tramin in Südtirol und möchten von dort aus noch in die Dolomiten fahren. Da die Anreise fast 900 km lang ist und Autobahnfahrten mit einem Motorroller nicht wirklich Spaß machen, haben wir diesmal unseren Honda Silver Wing 600 auf einen Trailer verladen und ziehen ihn mit 100 km/h hinter uns her. Unser Zwischenziel für heute ist Oy-Mittelberg. Dort treffen wir uns mit den anderen Tourteilnehmern und wir haben abends bei einem guten Glas Bier Gelegenheit, uns näher kennenzulernen. Schnell stellt sich heraus: die Chemie stimmt.
>>> Südtirol wir kommen <<<
Wir fahren über den Fern-, Finstermünz- und Reschenpass ins Etschtal nach Südtirol. Die Pässe sind sehr stark befahren. Unterwegs komme ich gelegentlich bei den engen Serpentinen mit meinem Anhänger doch etwas ins Schwitzen; insbesonders, wenn uns wieder einmal ein Reisebus entgegenkommt. Nach jedem weiteren Kilometer und der nächsten Kehre geht es jedoch immer besser.
Südlich des Kalterer Sees, an der Strada del Vino, liegt die erste Station unserer Reise, der Weinort Tramin. Der Ort mit seinem schönen historischen Dorfkern, bunten Häuserfassaden und verwinkelten Gassen ist umgeben von sanft ansteigenden Rebhängen. Die weite, leicht hügelige Weinlandschaft mit dem Schatten von Zypressen, atmet bereits den Duft des Südens.
Im Hotel Rechental haben wir unsere Zimmer gebucht. Leider sind die Zimmer recht hellhörig und der Inhaber hat offensichtlich schlecht geschlafen, so unfreundlich wie er ist. Dafür ist die Bedienung allerdings recht nett und das Essen ist gut.
>>> Die ersten Pässe <<<
Über die SS42 touren wir von Eppan aus die schöne Auffahrt zum Mendelpass hinauf. Der Mendelpass (1.363 m) südlich von Bozen verbindet das Etschtal mit dem Nonstal (Val di Non). Wir fahren sozusagen von einem Apfeltal ins andere.
Die kurvenreiche Strecke mit 17 Serpentinen führt in einer gleichmäßigen Steigung am Mendelkamm unterhalb des Penegal entlang zur Passhöhe. Der untere Teil ist schön kurvig mit mehreren geschwungenen Kehren, welche sich flüssig fahren lassen, dann kommen gerade Strecken. Der mittlere Teil dagegen ist wild romantisch; die Strasse wird
Die etwa 13km lange Abfahrt führt uns nach Fondo. Dabei überfahren wir auch die Sprachgrenze vom Deutschen ins Italienische. Mutet die Landschaft erst ein wenig voralpenländisch an, so wird spätestens beim Anblick der Brentagruppe im Südwesten wieder klar, dass wir doch inmitten der Alpen sind.
Von Fondo aus geht es über das malerische Dörfchen Proveis, einem der wenigen Orte in Südtirol, das seine Ursprünglichkeit bewahrt hat, weiter in Richtung Ultental. Unterwegs machen wir noch in der Hofschänke „Bachwiesel“ bei Saft und hausgemachten Apfelstrudel Rast. Der ist so gut, dass man auf keinen Fall vorbeifahren sollte. Nach der Durchfahrt des Tunnels von Proveis kommen wir praktisch mitten im Ultental wieder heraus. Das Tal wird von den Kämmen der südöstlichen Ortlergruppe flankiert. Das Anfangs fast eintönig wirkende, von Felskulissen und Wald gesäumte, Tal wird in seinem oberen Teil breiter und ausladender. Die Straße durch den Stilfserjoch Nationalpark führt über mehrere Kilometer stetig ansteigend auf über 1.800 m hinauf. Die letzten 6 km der Straße haben es in sich. Steile, teilweise verschmutzte und äußerst enge – zumindest für uns „Flachlandtiroler“ - Kurven. Schon ein entgegenkommendes Auto zwingt fast zum Anhalten. Die Kurven sind schwer einsehbar. Die Straße ist am Rand so gut wie nicht abgesichert und es geht daneben recht steil den Abhang hinunter. Erfolgreich verteidige ich daher das Schlusslicht unserer Truppe. Der Anblick des Lago Fontana Bianca, dem Weißbrunnsee am Ende der Straße entschädigt jedoch mehr als reichlich dafür. Im Halbkreis stehen riesige Berge um den türkisfarbenen See, spiegeln sich auf der glatten Wasseroberfläche. Ein Platz zum Träumen, wo man die Seele baumeln lassen kann.
>> Gardasee für Genusstourer <<
Zwischen Torri del Benaco und Garda bilden die Ausläufer des Monte Baldo eine kleine Halbinsel, von der man eine herrliche Sicht über alle Berge, die den Gardasee umgeben, genießt. Das ist die „Punta San Vigilio“, wo wir eine Rast einlegen. Am Ende einer hoch aufragenden Zypressenallee stoßen wir auf eine eine alte Villa aus dem 16.Jahrhundert mit typisch italienischen Gartenanlagen. Wir gehen auf der schmalen Pflasterstraße weiter und erhaschen einen Blick auf ein antikes Zitronentreibhaus mit Venus-Statue. Von der Terrasse des Restaurants Taverna am kleinen Fischerhafen aus genießen wir anschließend bei Prosciutto e Melone eine herrliche Aussicht auf den gesamten unteren Teil des Gardasees.
Etwas weiter südlich erreichen wir auf der Gardesana den Hauptort Garda, der dem See den Namen gab. Hier biegen wir über kleinen Ort Costermano in Richtung des Monte Baldo ab, einer bis über 2.000 m hohen Gebirgskette im
Während der Gardasee noch von der Sonne verwöhnt wird, ziehen um die Gipfel des Monte Baldo Massivs plötzlich dunkle Gewitterwolken auf und die Bergspitzen verschwinden im Nebel. Nach kurzer Beratung entschließen wir uns daher schweren Herzens umzukehren. Auf der Abfahrt zum See werden wir jedoch immer wieder durch ein tolles Panorama entschädigt.
Ein interessanter Gegensatz: Während wir den Tag am Gardasee verbrachten, haben 4 unserer Truppe das Timmelsjoch (2.474 m) erklommen. Schnee auf den Hängen und Eisstücke in den Tunneln haben sie hier begleitet. Allerdings auch die Bewunderung einiger Motorradfahrer. Als diese feststellen, dass es sich bei den Fahrzeugen um Motorroller handelt, entfährt es einem „...die fahren ja wie Sau…“
Wadi (Walter) und Wolf, die ganz harten Jungs unter uns, sind anschließend noch über den Jaufenpass (2.099 m), das Penserjoch (2.215 m), durch das wunderschöne Sarntal, über den Rittenpass, durch die Eggelschlucht und das Eggental und über die Hochebene bei Aldein, vorbei am Kloster Maria Weißenstein im Leiferertal, wieder in die Ebene nach Tramin zurückgefahren. Das waren für sie 350 km geile Kurven.
>>> Ins Herz der Dolomiten <<<
Heute geht es über Cavalese, Moena und Canazei zum Ausgangspunkt unserer Dolomitentouren nach Arabba - Teil 2 des Tourberichts
Heute geht es über Cavalese, Moena und Canazei zum Ausgangspunkt unserer Dolomitentouren nach Arabba - Teil 2 des Tourberichts
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(c) Text/Bilder: Ralf Beelitz
(c) Text/Bilder: Ralf Beelitz