Wien, Wien, nur Du allein....!

 

tl_files/Stadtansicht Wien 1.jpg Der Flieger brachte mich schnell nach Wien. Nach dem Check out kam ich in die Empfangshalle und wurde dort, wie alle Passagiere, von einer reizenden, jungen Frau begrüsst. Die jungen Frauen hießen die Besucher in Wien willkommen und hielten eine Schale, gefüllt mit Mozartkugeln, den Neuankömmlingen entgegen.
Ich mag Mozartkugeln sehr gerne und so fragte ich die hübsche junge Frau mit meinem unwiderstehlichen Lachen ,( Entschuldigung!) ob ich auch zwei der Kugeln nehmen dürfte?
Die junge Frau trat einen Schritt näher an mich heran, stellte sich auf ihre Zehenspitzen und flüsterte mir mit einem spitzbübischen Lächeln ins Ohr: „ Nehmens bittschön recht viele, denn, wenn die Schale leer ist, habe ich Feierabend!“ Die Frau trat zurück, kniff ein Auge zu und lachte mich so vergnügt an, dass ich in schallendes Lachen ausbrach. Ich griff immer noch lachend mit beiden Händen in die Schale und die junge Frau knickste dankend. Jetzt beugte ich mich zu der Frau und küsste sie auf beide Wangen, dafür dürfen Sie alle Mozartkugeln nehmen, lachte sie mich kokett an.


Das ist Wien!

Mein Hotel lag im ersten Bezirk. In etwa zwischen Stadtpark und Stephansdom. Nach dem ich mich in meinem Zimmer eingerichtet hatte, machte ich mich zu einem ersten Spaziergang auf.
Und wieder hatte ich den Eindruck, dass Wien ein quicklebendiges Freiluft-Museum ist! Der 1. Bezirk bezeichnet die innere Stadt, die der jahrhundertelangen Ausdehnung entspricht bis hin zu den ehemaligen Befestigungsanlagen an der heutigen Ringstrasse. Sehr praktisch sind die Strassenschilder, die neben dem Strassennamen auch die Bezirksnummer nennen.

 

Wenn der Besucher den Stephansplatz erreicht und der Blick auf den Stephansdom frei wird, ist wohl jeder erstmal erschlagen. Der Dom wirkt trotz seiner beachtlichen Größe, anders als zum Beispiel der Kölner Dom, filigran leicht, unbeschwert. Sehr schön sind die emallierten Dachziegel.

 

Der Stephansdom entstand ca. 1147 aus einer romansichen Kirche außerhalb der damals stadtbildbeherrschenden römischen Stadtmauern. Die Kirche wurde erstmals im 1220 Jahrhundert als St. Stephan bezeichnet. Der Brand von 1258 machte eine gründliche Renovierung und Wiederaufbau notwendig. Aber erst mit der Gotik um 1500 erhielt der Stephansdom sein entgültiges aussehen, 1433 wurde der äußerst prächtige Südturm ( Steffi genannt) fertig gestellt.
1945 wurde der Dom erneut schlimm beschädigt.
Der Stephansdom misst in der Länge 107 m, in der Breite 70 m, die Höhe beträgt unterschiedlich bis zu 28 m.

tl_files/Stephandom 2.jpgtl_files/Dom Innen Wien 3.jpgtl_files/Steffi Wien 5.jpg
tl_files/Sieger ueber die Tuerken Wien 4.jpgtl_files/Stadtpark Wien 6.jpg Über den Petersplatz schlenderte ich gemütlich in mein Hotel zurück, dass angenehm ruhig war, obwohl es an dem Park-Ring lag, einer ziemlich befahrenen Strasse.
In meinem Zimmer nahm ich den Stadtplan zur Hand und notierte mir die Sachen, die ich mir am nächsten Tag ansehen wollte.
Nach einem angenehmen Abendessen machte ich noch eine kleine Runde durch das abendliche Wiener Viertel und ging dann früh schlafen.

Am nächsten Morgen ging ich den Parkring weiter bis zum Kärntner-Ring, sah mir dort das historische Künstlerhaus an und ging weiter zum Opernring. Dort sah ich mir die Staatsoper an, schräg gegenüber stand das Verkehrsministerium am Getreidemarkt. An dem Opernring schloss sich der Burgring an und dort war natürlich die neue Hofburg und direkt dahinter die alte Hofburg. Alleine in diesen beiden Gebäuden könnte man leicht mehrere Tage verbringen.
Der älteste Teil der Hofburg stammt aus dem Jahr 1275, immer wieder wurde sie im Stil der verschiedenen Epochen an-und umgebaut. 1462 belagerten unzufriedene Wiener die Hofburg und die Türken versuchten zweimal, sie zu erstürmen. Ab 1814 erlebte die Hofburg ihren gesellschaftlichen Höhepunkt mit dem Wiener Kongress. ( Napoleon – der Kongress tanzt!)
Gegenüber der neuen Hofburg steht mächtig das Gebäude des Naturhistorischen Museums mit dem Kunsthistorischen Museum, dahinter dann der Messepalast. Auch hier wurde ich von der Vielfalt der Austellungen erschlagen. Wer die entsprechenden Museen in London kennt, kann es sich ungefähr votstellen.
Es folgt der Justizpalast und das Parlament, gegenüber der Volksgarten, hier suche ich mir eine stille Bank, um einmal kräftig durch zu schnaufen.
An dem dem Volksgarten schliesst sich das Burgtheater an, dem gegenüber steht das Rathaus. Es stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der „Rathausmann“ ist ein beliebtes Wiener Wahrzeichen, es handelt sich um eine 3,40 m hohe Figur eines Standartenträgers.

Es folgt die Universität, sie wurde 1365 erbaut und gilt nach der Prager Universität als zweitälteste Uni im deutschsprachigen Raum. Ich überquerte die Universitätsstrasse und erreichte die Votivkirche. 73 Architekten bewarben sich um den Auftrag der Kirche, die 1879 eingeweiht wurde. Die Votivkirche zeigt den fast perfekten französischen Kathedralbaustil der Gotik.
Genug für heute, jetzt brauche ich einen Kaffe und ein lecker Stück Torte!
tl_files/Staatsoper Wien 7.jpgtl_files/Der schoene Platz Wien 10.jpg
tl_files/Schloss Schoenbrunn Wien 17.jpgtl_files/Gloriette Wien 16.jpg Für heute steht Schloss Schönbrunn auf meinem Programm. Nachdem die Türken 1683 alles an Schlössern zerdepperten hatten, wurde ein neues kaiserliches Jagdschloss gebaut – Schönbrunn.
Errichtet wurde ein symmetrischer Zentralbau mit zwei Seitenrisaliten, ein von Stallungen umrahmter Ehrenhof wurde zur Stadtseite hin errichtet. Auf dem Gloriettenhügel wurde eine prachtvolle Gartenanlage geschaffen.
Ist der äußere, prunkvolle Eindruck schon überwältigend, die Innenausstattung toppt das ganz locker! Ich möchte dafür dem Millionen-Saal und den Vieux-Lavque- Saal nennen oder die große Galerie oder das Rokokozier, jeder Besucher wird von dieser Pracht einfach erschlagen!
Für alles andere lasse ich meine Fotos sprechen, es würde sonst ein seitenlanger Artikel nur über das herliche Schloss entstehen.

Für mein Abedessen suchte ich eines der „angesagten“ Restaurants auf und genoss ein herrliches Menue, der Wein war lecker und das Dessert (leider kann ich den Wiener Ausdruck dafür nicht niederschreiben!) Dank des Weines ging ich äußerst aufgekratzt Richtung Hotel und wurde von einer ebenso fröhlichen Gruppe eingefangen! Das war vielleicht eine Nacht!

Nur zu etwa 60% lebenstauglich, versuchte ich das Frühstück, keine gute Idee. Das Taxi war da und brachte mich zum Flughafen.
Die etwas ältere Flugbegleiterin ah mich missbilligend an, aber das war mir so etwas von egal! Ich hatte ein schönes Wochenende erlebt und die Dame nur schlechte Laune!
tl_files/Rathaus Wien 11.jpgtl_files/Die neue Universitaet Wien 12.jpg

 

 

Dieser Reisebericht stammt von Klaus Blochwitz, Nettetal.

 

Text und Bilder unterliegen dem Copyright des Autors.

 

Anm. d. Autors: Die Innenaufnahme von Schönbrunn stammen von Ansichtskarten, weil darin fotografieren untersagt war.